Kurvenvisite vom 04.03.2021

Posted by: Doc Brown  :  Category: Kurvenvisite

Nach einem Dienst nach dem Anderen finde ich endlich wieder Zeit für eine kleine Kurvenvisite.

Die Vorratsdatenspeicherung ist ja durch das Urteil des Bundesverfassungsgericht wieder in aller Munde, aber nach ein paar Tagen hat man ansich das Gefühl, dass sich eigentlich im Ergebnis nichts ändern wird. Die taz fasst das offene Fragen gut zusammen.

Das virtuelle Datenschutzbüro meldet: “Hausarztzentrierte Versorgung sofort stoppen!”

Das hört ja der geneigte Intensivmediziner nicht zum ersten Mal, “Intensivstation, hohes Sterberisiko nach der Entlassung.”

Habe ich im letzten Jahr garnicht mitbekommen, das Ärzteblatt prämiert die beste Stellenanzeige im Heft. Die besten Anzeigen finden sich links im Kasten.

Kurvenvisite vom 27.01.09

Posted by: Doc Brown  :  Category: Kurvenvisite

Auf DoctorsBlog gab es bereits einen Artikel zum Thema “Ärztebewertung im Internet“, jetzt droht DocInsider, eine dieser Seiten ein Ordnungsgeld.

Macht ein ausgiebiges Abendessen dick? Mit diesen und anderen Mythen wird aufgeräumt.

Für alle iPhone-Benutzer. Mit der Software Quadcamera lassen sich schöne Fotos im Retrostil machen. Schade, dass die iPhone-Cam insgesamt so schlecht ist.

In Linz werden Herzpatienten erstmals per Handy fernüberwacht.

Für alle Xbox und Fallout 3 Fans, das erste von drei Addons wurde veröffentlicht, einen ausführlichen Artikel gibts bei Golem.

Außerdem. Heute wurde die nötige Verfassungsbeschwerden wegen des Bundestrojaners eingereicht.

Internet-Anonymisierungsdienste - Ein Vergleich

Posted by: Doc Brown  :  Category: Nerds & Geeks

Seit diesem Jahr, in der öffentlichen Presse beinahe unbemerkt, hat sich die seit 2008 bekannte Vorratsdatenspeicherung erweitert. Die Internetprovider müssen das Surfverhalten, Mailkontake etc für vorerst sechs Monate speichern. Nutzungsprofile, Kontakte, Vorlieben lassen sich so mit Leichtigkeit erstellen, benutzen und verkaufen. Desweiteren gibt es Überlegungen, das Betreiber von Webseiten zum Protokollieren verpflichtet werden sollen, oder es zumindest erlaubt werden soll. Außerdem soll das BSI weitreichende Abhör- und Auswertungsbefugnisse bekommen.

Insgesamt hat die Verschlüsselung von Mails oder das Anonymisieren beim Surfen kaum die breite Masse erreicht, es erscheint noch nicht praktikabel, überzeugende Argumente verpuffen häufig in der “Nichts zu verbergen”-Einstellung.

Das Blog Daten-Speicherung.de hat sich jetzt mal die Mühe gemacht und bestehende Anonymisierungsdienste  getestet, vor allem ob Logfiles geschrieben werden, in welche Land die jeweilige Firma ihren Sitz hat und wie sich die Kosten zusammensetzen. Der Test findet sich auf der Homepage oder als PDF zum herunterladen.

Diese Dienste erfüllen nicht nur den Zweck, eigene Verbindungen zu anonymisieren, sondern vor allem im Zuge der fortschreitenden mobilen Nutzung die Verschlüsselung der Internetverbindungen in fremden/öffentlichen Netzen.

Neuigkeiten der Woche

Posted by: Doc Brown  :  Category: Nerds & Geeks

Spät aber dennoch, nächste Woche startet der 25C3, der 25. Chaos Communication Congress.

Außerdem wird die Vorweihnachtszeit mal wieder dazu genutzt, unbeliebte Gesetze durchzuwinken. Wie angekündigt, das BKA-Gesetz ist durch den Vermittlungsausschuß, ohne wirkliche Änderungen. Auch der Biometrie-Personalausweis ist auf dem Weg.

Gestern abend gab es dann noch den letzten Podcast von Mobile-Macs in diesem Jahr - MM019.

Das BKA-Gesetz kommt…

Posted by: Doc Brown  :  Category: Politics & Sports

Wieder nur ein Sturm im Wasserglas. Hatte man kurzzeitig die Hoffnung, das unsägliche BKA-”Wir überwachen alle”-Gesetz würde nicht oder nicht in der Form zustande kommen, wurde man nun eines Besseren belehrt. Ohne Mehrheit musste das Gesetz durch den Vermittlungsausschuß. Hier zeigte sich, wie Politik funktioniert.


(Quelle: Pixelio/geralt)

Punkt eins für ein erfolgreiches Überwachungsgesetz - Angst schüren und aktuelle Geschehnisse hinzuziehen:

Merkel wies auf die Terroranschläge in Bombay und eine mögliche terroristische Bedrohung für Deutschlnd hin und sagte: “Ich möchte, dass wir in der Lage sind, es mit terroristischen Kräften aufzunehmen und solche Angriffe oder Anschläge zu verhindern. Dafür müssen wir gewappnet sein.”

Punkt zwei für ein erfolgreiches Überwachungsgesetz - Das System in Frage stellen:

“Ich finde es geradezu paradox und fahrlässig, die Terrorismusbekämpfung in die Hände des Bundes zu legen, und ihm dann nicht die Mittel zu geben, die man im eigenen Bundesland beansprucht“, sagte Angela Merkel (CDU) der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „Wir brauchen das BKA-Gesetz.“ Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) sprach sie ihre volle Unterstützung aus. Die Grünen-Fraktionschefin Renate Künast widersprach Merkel: „Ein Verfassungsorgan wie den Bundesrat zu beschimpfen, weil es verfassungswidrige Gesetze ablehnt, ist ein billiges Ablenkungsmanöver der Kanzlerin.“

Punkt drei für ein erfolgreiches Überwachungsgesetz - Der Umweg Europa:

Heimliche Online-Durchsuchungen sollen zukünftig innerhalb der Europäischen Union auch grenzüberschreitend möglich werden. Das wurde kürzlich in Brüssel beschlossen.

Punkt vier für ein erfolgreiches Überwachungsgesetz - Änderungen verkaufen, die keine sind:

Die Neue Osnabrücker Zeitung zitiert einen anonymen Teilnehmer an der Runde mit den Worten, man habe “ein tragfähiges Ergebnis gefunden”. Danach sollen Online-Durchsuchungen auch in Eilfällen nicht vom BKA-Chef, sondern ausschließlich von einem Richter angeordnet werden dürfen. Auch die Entscheidung, welche Daten genau in den geschützten “Kernbereich der Privatsphäre” fallen und bei Online-Durchsuchung ausgefiltert werden müssen, soll von einem Richter getroffen werden. Zudem sollen die Zuständigkeiten von LKAs und BKA klarer abgegrenzt werden. Keine Änderungen soll es dagegen beim Überwachungsschutz für Journalisten und Ärzte geben, denen anders als Pfarrern und Abgeordneten statt einer Ausnahmeregelung nur eine Verhältnismäßigkeitsprüfung im Einzelfall zugestanden wird. Den Informationen der Zeitung zufolge soll der Vermittlungsausschuss den Kompromiss am nächsten Donnerstag formell absegnen, damit das Gesetz zum 1. Januar 2009 in Kraft treten kann.

Besonders enttäuschend, weiterhin können IT-Systeme von Ärzten, Kliniken und Praxen ohne besonderen Status durchsucht werden, eine ärztliche Schweigepflicht wird somit zur Farce. (Ärzteblatt)

Weitere Artikel:
Netzpolitik.org - Große Koalition findet wohl Kompromiss beim BKA-Gesetz
Open Mind Blog - Offenbar Einigung beim BKA-Gesetz in Sicht
Heise Online - SPD und Union einigen sich beim BKA-Gesetz
taz.de - BKA-Gesetz soll verabschiedet werden